© 2019  Michael Gentzsch

Architektur, Umbau, Renovation, Bauberatung, Sanierung, Bauleitung, Planung

VOR DER SANIERUNG

UNREGELMÄSSIG LEBENDIG

Hätte man die Fassade neu verputzt, wäre sie gleichmässig und homogen. Aber gerade die unregelmässig verputzte Oberfläche verleiht dem Haus seine Lebendigkeit. Der Originalverputz ist weitgehend intakt und konnte daher erhalten werden. Nur beim Wintergarten hatte er sich infolge von korrodierten Armierungseisen grossflächig gelöst. In den betroffenen Partien, vor allem im Sturz- und Pfeilerbereich, mussten deshalb die Armierungseisen behandelt und die Flächen neu verputzt werden. 

IM GLEICHGEWICHT

Zur Zeit als das Haus gebaut wurde, hat man die Keller noch nicht abgedichtet. Es bildete sich ein Gleichgewicht aus eindringender Feuchte und Austrocknung. Dieser Zustand ist so alt wie das Gebäude selbst und hat weder zu aufsteigender Feuchte noch zu substanziellen Bauschäden geführt. Der Keller wird wie damals noch immer als Lagerraum und Wäschekeller benutzt. Deshalb wurde auf eine aufwändige nachträgliche Feuchteisolation verzichtet. Lediglich an der exponierten Gebäudeecke wurde der Verputz saniert. Wichtig war es dabei, auf die hygrischen Eigenschaften des neuen mineralischen Putzes zu achten, damit das bestehende Gleichgewicht nicht zerstört  wird.

SUBSTANZ ERHALTEN

Im Estrich sieht man direkt auf die Lattung mit den Dachziegeln. Um den Wärmeverlust zu verringern, wurde der Boden des Estrichs mit Holzfaserplatten gedeckt. Die Dämmung wurde so montiert, dass keine Schraubenlöcher oder dergleichen die bestehende intakte Dielung beschädigen. Wenn die Bauherrschaft den Estrich später einmal ausbauen und das Dach dämmen möchte, können die Holzfaserplatten ohne Beschädigung der Originalsubstanz wieder ausgebaut werden.

 

Das Mansardendach verfügt noch über die originalen Dachziegel. Nur vereinzelt mussten sie durch neue ersetzt werden. Auch eine Dachluke wurde nach originalem Vorbild erneuert. Die Blechdächer der Dachgauben waren verrostet und mussten komplett ausgetauscht werden. Dagegen konnten die originalen Holzblenden zu einem grossen Teil saniert und erhalten werden. Bei der Dachkontrolle zeigte sich auch, dass der Kamin sanierungsbedürftig war und instandgesetzt werden musste. 

 

Die Farbgebung wurde zusammen mit der Bauherrschaft und einem Farbberater entwickelt. Dabei wurden denkmalpflegerische Aspekte und der Substanzerhalt berücksichtigt. Auf Verputzen und Werksteinen kamen deshalb nur silikatische Farben und auf den Holzflächen nur ölbasierte Farben zum Einsatz.

HAUS K

Kategorie: Renovation Gebäudehülle
Ort: 5400 Baden | AG
Baujahr: 1928
Bauherr: Privat
Planungszeit: 2016
Umbauzeit: 2016 – 2017
Kosten: 100'000 CHF
Nutzung: Wohnen
Aufgaben: Konzeption, Planung und Bauleitung

 

H

DIE SEELE

 

ERHALTEN

Das schlichte Doppelhaus mit Mansardendach von 1928 steht auf einem steilen Hanggrundstück in einem ruhigen Wohnquartier in Baden.  2009 haben die heutigen Besitzer eine Doppelhausseite erworben und innen renovieren lassen.  Nun sollte auch die Gebäudehülle instand gesetzt werden. Dabei  wollten die Eigentümer  auch aussen so viel wie möglich von der historischen Bausubstanz erhalten. Viele Original-bauteile und -oberflächen verleihen dem Haus bis heute seinen Charme.