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Ein Haus der Familie. Es geht von einer zur nächsten Generation, von einer Zeit zur nächsten. Es verbindet Vergangenes, Erinnerungen, Aktuelles und Künftiges, Zukunftspläne.

Wie bringt man diese Gegensätze zusammen? Was will man erhalten, was will man erneuern? Was ist die Essenz von alldem? Um diese Fragen dreht es sich oft, wenn ein Einfamilienhaus den veränderten Bedürfnissen und allenfalls neuen Bewohnern angepasst werden soll.

Der Prozess des Werdens braucht seine Zeit, führt nicht immer über einen direkten Weg zum Ziel und kann bisweilen auch schmerzhaft sein. Am Ende stehen Entscheide der Bauherrschaft, nicht nur darüber, welche Plättli auswählt werden, sondern, wie sie grundsätzlich leben will. Wenn sich die Bauherrschaft am Ende wohlfühlt in ihrem Haus, sich damit identifiziert, dann haben es Architekt, Bauherrschaft und Ausführende richtig gemacht.

VOR DEM UMBAU

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WEITERBAUEN

Der Anbau wurde in der Philosophie des Bestandes erstellt und ist praktisch nicht als solcher ersichtlich. Es braucht nicht immer ein architektonisches Statment mit viel Kontrast. Manchmal liegt es näher, das Gebäude WEITERzubauen anstatt ANzubauen. Auch die Holzverschalung im Dachbereich wurde erneuert, aber nicht durch ein fremdes Material ersetzt.

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BESTEHENDE ELEMENTE GENUTZT UND VERSTÄRKT

Das Cheminée wurde erhalten. Die Plastizität des Volumenkörpers wurde jedoch herausgearbeitet; und eine neue Bank mit einer hochwertigen Oberfläche ersetzt die alte unbeholfen wirkende Bank aus schlecht gefügten Werksteinblöcken.

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OFFEN UND GESCHLOSSEN

Die willkürlich schräge Zwischendecke wurde entfernt. Neu öffnet sich der Dachraum in seiner vollen Höhe. Der nicht nutzbare Hohlraum über der Treppe wurde geöffnet und kann als "Galerie" für Herzensgegenstände genutzt werden.

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MITTELPUNKT DER FAMILIE

Die sehr grosszügige Küche verschränkt sich mit dem Wohnraum und bildet mit der grossen Insel sowei dem runden Esstisch den familiären Mittel- und Treffpunkt des Hauses.

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FARBEN UND MATERIALIEN

Der bestehende Klötzli-Parkett musste aus mehreren Gründen entfernt werden. Der wichtigste war die Anwesenheit von Asbest. Entgegen den gängigen Modevorstellungen wurde wieder ein Klötzli-Parkett eingebaut. Er verbindet auf dezente Weise die Ideen des Bestandes mit den Vorstellungen zeitgenössischen Wohnens der Bauherrschaft. Praktisch alle Oberflächen folgen dem Wunsch der Bauherrschaft nach erdigen Farbtönen.

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REMINISZENZ

Die bestehenden Klinkerböden im Eingangsgeschoss und auf der Treppe wurden, obwohl unterschiedliche Produkte, belassen.

Der Vorteil von Klinkerböden liegt auf der Hand. Diese Böden, meistens von den 1940er bis zu den 1970er Jahren verbaut, sind sehr widerstandsfähig und oft noch komplett intakt. Was tun mit einem Boden, der auch in absehbarer Zeit nicht kaputt gehen wird, weil er so sehr robust ist, der der Bauherrschaft aber nicht gefällt? Ist es verhältnismässig, diesen Boden abzubrechen? Vernichtet man nicht einen Wert, den man nur mit grosser Investition adäquat ersetzen kann? Wenn es keine technische Notwendigkeit gibt, den Boden zu ersetzen, dann hängt die Antwort vor allem von der Bauherrschaft ab.

 

HAUS E

Kategorie: Umbau, Anbau, Renovation
Ort: 5304 Endingen | AG
Baujahr: 1972
Bauherr: Privat
Planungszeit: Studie 2017,
Planung 2018

Umbauzeit: Juli 2018 bis April 2019
Kosten: ca. 700'000 CHF
Nutzung: Wohnen
Aufgaben: Konzeption, Baugesuch, Planung und Bauleitung

 

DAS FAMILIENHAUS

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